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#1 Fr 08, Jul 2011 / 23:24
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Hallo miteinander, das kontroverse Thema Sommer-Ganzjahresfütterung beschäftigt mich schon seit Jahren. Eine feste Meinung dazu konnte ich mir bisher nicht bilden, da Pro und Kontra jeweils etwas für sich haben. Nun habe ich dieses Jahr einfach die Sache selber versucht und möchte euch mein bisher gemachten Erfahrungen mitteilen. Es ist das erste Mal, dass ich es mit der Ganzjahresfütterung versuche, ausschlaggebend dafür waren die Beobachtungen die ich seit Jahren bei den Briten machen konnte. Im Winter kamen täglich so zwischen 60-80 Vögel zur Futterstelle. Das ließ im Frühling nach, es wurden merklich weniger Futtergäste. Klar, die Zeit musste von den Vögeln für Wohnungssuche und Inneneinrichtung genutzt werden. Amseln z.B. kommen gar nicht mehr auch wenn Rosinen im Angebot sind (grinsender Blick zu Birgit, die weiß wie man sich Amseln zum Freund macht). Zur Paarungszeit konnte ich Balzfütterungen bei diversen kleinen Singvögeln, wie auch bei Specht und Eichelhäher beobachten. Zur Brutzeit kamen hauptsächlich die Männchen zum Futterhäuschen, sehr selten mal ein Weibchen. Das änderte sich langsam aber stetig, als die ersten Vögel ihre ganze Familie mitbrachten. Den flügge gewordenen Jungvögeln wurde dieses stets gefüllte „Fly-In“ gezeigt. Mittlerweile dürften es auch wieder an die 70 Schnäbel sein, die sich hier regelmäßig blicken lassen. Unser Balkon ist momentan zu einem Vogelkindergarten mutiert. Es sind viele Grünfinken vor Ort, auch viele Blau- und Kohlmeisen. Selbst Kernbeißer, Specht und Eichelhäher schleppen den Nachwuchs an. Gimpel waren Dauergäste und seit einigen Tagen auch Familie Sumpfmeise. Der Kleiber lässt sich im Gegensatz zum Winter sehr selten blicken. Die Amseln wie gesagt gar nicht mehr. Auffällig finde ich, dass es zu Stoßzeiten kommt. Soll heißen, gerade am Morgen ist viel los, dann verabschiedet sich ein Großteil und es kehrt für einige Zeit Ruhe ein. Dasselbe gilt für die Abendstunden, bevor sich die Vögel zum Schlafen begeben, wird nochmal ordentlich zugelangt. Ich kann nicht behaupten, dass die Vögel durch unser Futterangebot „faul“ geworden sind und selbständig gar nicht mehr auf Nahrungssuche gehen. Die Frage nach dem richtigen Futter stellte sich mir am Ende des Winters. Ich besorgte mir das Büchlein "Vögel füttern aber richtig" von Peter Berthold und Gabriele Mohr. http://www.amazon.de/V%C3%B6gel-f%C3%BCttern-richtig-sch%C3%BCtzen-bestimmen/dp/3440116441/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1310158279&sr=8-1Obwohl sich meine Beobachtung/Erfahrung mit den Aussagen der Autoren deckt, hat mich das Buch aber doch nicht überzeugt. Ich entschloss mich für die Körner- und Insektenfresser Futter anzubieten. So gab es durchweg Sonnenblumenkerne, Rosinen und Sommerknödel mit getrockneten Insekten und Beeren. Jeder bediente sich nach seinem Gusto. Die Sommerknödel sind eingeschlagen wie eine Bombe. Wenn Specht und Häher sich bedienen kann es schon sein, dass 3 Knödel am Tag aufgefuttert werden. Ich habe mich schon gefragt, ob die Geschmacksverstärker enthalten, so begehrt sind sie. Mein Fazit zum jetzigen Zeitpunkt: Es macht genauso viel Dreck wie Freude und haut ein Loch in den Geldbeutel. Eine Empfehlung, ob die Ganzjahresfütterung sinnvoll ist, oder nicht, möchte ich nicht aussprechen, da ich nach wie vor keine feste Meinung dazu habe. Vielleicht schaffe ich es ja bis zum Winteranfang mir eine Meinung darüber zu bilden. Bis dahin erfreue ich mich ganz egoistisch an dem regen Treiben auf dem Balkon und der dazugehörigen Geräuschkulisse. _______________ Liebe Grüße ... Ines « Zuletzt durch Ines am Sa 09, Jul 2011 / 15:47 bearbeitet. »
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#2 Sa 09, Jul 2011 / 10:12
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Hallo Ines, Zitat Es macht genauso viel Dreck wie Freude und haut ein Loch in den Geldbeutel. das trifft den Kern und auch meine Meinung. Aus Sicherheitsgründen hatte ich in der Fütterungszeit weiche Nüsse immer sehr sehr fein gekackt, weil ich Angst hatte, die Vogeleltern würden zu große Brocken in kleine Schnäbel stecken. Zugefüttert haben die Eltern diese Zugaben auch, aber es konnte nichts passieren. Allerdings habe ich auch immer wieder gelesen, dass es mit alten Meisenknödeln nicht gut ging. Ich denke aber auch, dass die Vogeleltern nicht ganz doof sind. Nun hast Du endlich mehr Flugbetrieb im Garten. Die Regentage beginnen doch jetzt ganz anders!
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#3 Sa 09, Jul 2011 / 16:00
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Moin Birgit, ja, an Erdnüsse hatte ich auch gedacht, aber das hätte mein Budget definitiv gesprengt. Seit Ende Januar/Anfang Februar sind schon mal locker 30 kg Sonnenblumenkerne draufgegangen. Aber Erdnüsse schmecken natürlich noch viel besser, da möchte ich nicht wissen welch exorbitalen Mengen da den Besitzer wechseln. Soweit ich feststellen konnte, sind die Meisen, die lieber die Kerne als die Knödel fressen, mit den Körnern auch nur auf den nächstbesten Ast und haben da gefuttert. Absolut selten, dass mal eine mit einem Kern verschwand. Von daher glaube ich auch nicht, dass die Nestlinge damit gefüttert wurden. Erst die flügge gewordenen Jungvögel probieren die Kerne. Oder kämpfen mit dem Schnittlauch und versuchen zu gärtnern ;-) Ja, das mit dem ranzigen Fett bei alten Knödeln soll sich wohl als problematisch erweisen können. Aber da habe ich auch keine Bedenken, alt werden die hier nicht, eine Nachbestellung ist schon geordert. Zitat Die Regentage beginnen doch jetzt ganz anders! Richtig, zwar genauso nass, aber nur halb so trist und garantiert mit einem Lächeln.    _______________ Liebe Grüße ... Ines
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#4 Do 08, Sep 2011 / 18:08
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Ich denke auch nicht, dass die Nestlinge für damit gefüttert werden. Wenn ich in meinem Garten ( http://www.baldur-garten.ch) bin sehe ich immer Spuren in meinem Radieschenbeet und auch beim Schnittlauch.
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#5 Sa 17, Sep 2011 / 10:14
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Guten Morgen Ines, prima aufgepasst, der letzte Beitrag bezgl. Usutu + Adresse des Hamburger Institutes ist gut aufzuheben. Einmalhandschuhe sind nie verkehrt. Der Karl sieht jetzt noch kahler aus. Ich hoffe, in diesem Fall weit genug vom Süden weg zu sein. Alles weitere wie Mauser und Rückzug passen auch. Ich beobachte weiter, vielen Dank und
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#6 Di 25, Okt 2011 / 18:40
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Moin zusammen, nachdem heute die ersten Bergfinken eingetrudelt sind (für mich die Botschafter des Winters), habe ich beschlossen, die Sommerfüttersaison gedanklich zu beenden und die Winterfüttersaison zu eröffnen. Außerdem ist der Balkon seit dem Wochenende pflanzenlos und macht auch schon den trist-traurigen Wintereindruck, besonders wenn am Morgen die Tränken zugefroren sind. Seit ca. Mitte August hatte es mit den Futtergästen gewaltig nachgelassen. Als während der Hochsaison 4 Knödel am Tag über den Tresen gingen, reduzierte es sich auf 1 Knödel pro Woche. Ebenso wenig musste ich das Futterhäuschen auffüllen. Nachdem die Jungvogelinvasion nachgelassen hatte, haben sich auch Specht und Häher zurückgezogen. Die Grünlinge waren mehr oder weniger für eine ganze Zeit die einzigen Futtergäste. So langsam werden es wieder mehr, aber kein Vergleich zum Hochsommer. Diverse Meisen, Kleiber und sogar der Zaunkönig sind jetzt auch täglich zu sehen. Gelegentlich kommt sogar ein Sperber vorbei und versetzt die Singvögel in Angst und Schrecken. Heute nahm er sich die Zeit (nachdem er mal wieder erfolglos auf Jagd war) hier etwas zu trinken. Mein Resümee: Ich werde bei der Ganzjahresfütterung bleiben. Ich habe den Eindruck es hilft den Elterntieren gerade während der Brutsaison und Aufzucht und macht diese anstrengende Zeit für sie einfacher. Sind die Jungvögel erst einmal flügge, haben sie hier die Möglichkeit sich den Magen zu füllen, sollte ihre eigenständige Futtersuche erfolglos sein. Gerade an Schlechtwettertagen war es auffällig, es kamen mehr Vögel und blieben über einen längeren Zeitraum. War das Wetter erträglich, reduzierte sich die Anzahl der Futtergäste. Da langsam aber sicher der Besucheransturm abflaute, kann ich auch nicht behaupten, die Jungvögel hätten nicht gelernt eigenständig dem Nahrungserwerb nachzugehen. Altvögel blieben nur kurz um ihren Nachkommen diese Stelle zu zeigen und verabschiedeten sich alsbald. Da die Jungvögel „gelernt“ hatten, dass ich keine Gefahr für sie bedeute, war es sogar möglich in zwei Meter Abstand vom Futterhaus auf dem Balkon zu sitzen und das rege Treiben hautnah zu verfolgen. Abgesehen von ein paar Scheinangriffen vom Gimpelmännchen auf mich, haben sich die wenigsten wohl von mir und dem Fotoapparat gestört gefühlt. Für nächstes Jahr drücke ich aber jedem einzelnen Piepmatz den Besen in die Hand oder stelle eine Spendendose auf, mit der ich dann eine Vogelfutterreinigungsperson einstellen kann.     _______________ Liebe Grüße ... Ines
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#7 Fr 28, Okt 2011 / 11:45
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Hallo Ines, das sind ja schöne Nahaufnahmen. Man kann sich drüber freuen, wenn die Pieper dazu lernen. Ich habe noch nie "Sommerknödel" im Laden gesehen. Gibt es da wirklich einen Unterschied? Die Meisenknödel, die jetzt angeboten werden, fressen unsere Meisen nicht oder sehr schlecht. Aber vielleicht kennst Du ein besseres Angebot?!
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#8 Fr 28, Okt 2011 / 14:40
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Ort: Dresden
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Hallo in die Runde, ich finde die Aufnahmen auch sehr schön! Schön - getroffen "unsere Lieblinge". Sommerfütterung habe ich noch nie gemacht. Vielleicht nächstes Jahr. Ich fange aber meist Ende September/Anfang Oktober mit füttern an. Da ist dann meist ordentlich was los. Im Augenblick mische ich gehackte Sonnenblumenkerne und Erdnusskerne und dazu solch eine Mischung mit getrockneten Insekten und Rosinen dazu. Das geht ganz gut, wobei die Erdnuss absolute Renner ist. Später wenns kalt wird kommt dann meist keiner mehr ans Futterhäuschen. Da reicht es wenn ich Mitte Dezember das Häuschen befülle. Das reicht dann bis Ende Februar.  Zumindest in den letzten Jahren. Die Sommerknödel gibts es eventuell beim Garten-Dehner, wenn sowas bei Dir in der Nähe sein sollte, Birgit. VG Steffen
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#9 Fr 28, Okt 2011 / 15:32
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Moin zusammen, @Steffen ne ganze Zeit lang hatte ich auch gegrübelt, ob ich die Ganzjahresfütterung beibehalte. Geht halt wirklich ins Geld und der Dreck ist enorm. Letztendlich gaben die Jungvögel, die hier "die Sau rausgelassen haben" den Ausschlag, das ist einfach nur unglaublich schön gewesen sie zu beobachten. @Birgit Im Laden habe ich die Sommer/Ganzjahresknödel auch nicht entdeckt. Ich habe sie online hier bestellt: http://www.ebay.de/itm/360359052267?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1438.l2649Die sind überwiegend mit Samen und Insekten, nicht so viel Fett und Körner. Eine Freundin tat es mir gleich und sie hatte auch sofort Erfolg damit in ihrem Garten. Selbst ein Rotkehlchen hat von den runtergefallenen Krümeln regelmäßig gefuttert. _______________ Liebe Grüße ... Ines
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